Sichtschutz oder wie schütze ich mich am Schönsten

Und auch am Besten vor neugierigen Blicken?

Das beantworten und zeigen wir Ihnen gerne anhand von 2 Beispielen, die wir in diesem Jahr bauen durften.

Header JPG Sichtschutz

Uns geht es wie vielen, die die Baumarkt-Variationen aus skandinavischem, schnell verrottendem Holz oder die Steingitterkörbe, in Form von breitstämmigen Gabbionen oder schlanken Pergonen, wenn sie statt geschlichtetem rechtwinkligen Material, lediglich mit Geröll gefüllt sind, nicht mehr sehen können. Sollen Sie dem Zweck des Lärmschutzes dienen, habe ich dafür ja noch Verständnis.
Aber die Tristesse, die einem mittlerweile in vielen Straßenzügen begegnet, ist nur noch durch das Holz aus den Baumärkten zu überbieten.

Wenn diese Pergonen wenigstens ein wenig Platz ließen zwischen Gehsteig und Grundstück um Stauden und Gräser vorpflanzen zu können, dann würden diese Steinkörbe in den Hintergrund treten und ein angenehmeres Bild bieten. Aber nein, jeder Quadratmeter des Gartens wird ausgenützt und dabei vergessen, dass das Draußen mit dem Drinnen verbunden ist.

Für uns und unsere Sichtschutzelemente heißt somit eine der goldenen Regeln, Abstand halten vom Grundstücksende, oder einen Spalt lassen zwischen den einzelnen Teilen für Sträucher oder Bambus, um so für Auflockerung zu sorgen. Wir wollen ja keine Wehranlage bauen. Wir wollen Schönheit und Nutzen miteinander in Einklang bringen.

JPG Sichtschutz Material Corten

Im ersten Beispiel haben wir uns wieder einmal an den Werkstoff Corten getraut. „Corten ist ein wetterfester Baustahl, der auf der Oberfläche durch Bewitterung unter der eigentlichen Rostschicht, eine besonders dichte Sperrschicht bildet, die das Bauteil vor weiterer Korrosion schützt“ (Quelle Wikipedia). Mittlerweile gibt es einige Anbieter auf dem Markt, die Sichtschutzelemente aus diesem Material anbieten, zum Teil mit gelaserten Ornamenten, die meist filigrane Formen haben und sich Gräser zum Vorbild nehmen.
Selbstverständlich können auch Wörter oder die Konturen eines Alpenpanoramas auf diese Weise für ein spannendes Bild sorgen. Böse Zungen, die mit philosophischem Gedankengut nicht viel am Hut haben, meinten beim Vorbeigehen: „da wäre es besser gewesen, gleich Betreten verboten hinzuschreiben, das würde wenigstens Sinn machen“.

Jedermanns Sache sind diese rostfarbenen Elemente nicht. Auch wir wollen die Gestaltung nicht überstrapazieren und stellen Eichenstelen dazwischen, die wir vorher noch geflammt haben, um die Konturen des Holzes besser zur Geltung zu bringen, und lassen Lücken um sie mit dekorativen und deckenden Gehölzen zu bepflanzen. In diesem Fall mit Bambus (Fargesia murielae Jumbo). Begleitend dazu wurden verschiedene Hortensien gesetzt und vor allen Dingen großlaubige Hostas und Gräser verteilt. So vor Blicken geschützt, lässt es sich im Inneren leben wie in einem Wohnzimmer.

JPG Sichtschutz Material Polycarbonat

Im zweiten Beispiel haben wir einen Baustoff gewählt, der im Außen-Bereich allmählich immer mehr im Kommen begriffen ist: Polycarbonat. Die alten Fenster des Brüsseler Atomiums wurden 2005 durch Platten aus Polycarbonat ersetzt und das Dach des Athener Olympia-Stadions wurde mit 25 Tausend Platten gedeckt (Quelle Wikipedia). Der Vorteil dieses Materials ist seine Festigkeit und Schlagfähigkeit. Es ist härter als Glas und hat eine sehr hohe Steifigkeit. Außerdem ist es beständig gegenüber Wasser und schwer entzündlich. Polycarbonat ist zunächst einmal transparent und farblos, kann aber eingefärbt werden. Bei der Anwendung in einem Garten in Ering am Inn hatten wir die Aufgabe, nicht nur für den Sichtschutz zu sorgen, sondern auch noch die Farbe des Wintergartens und des Wellness-Hauses auf zu nehmen. Nach ein paar Telefonaten fand ich dann den richtigen Partner hier direkt in Rosenheim, der für uns die durchsichtigen Platten mit Folie in der gewünschten Farbe beklebte. Zwischen den geflammten Eichenstelen, die Sie jetzt bereits aus ersterer Anwendung kennen, haben wir sie mit Glashaltern aus Edelstahl am Holz befestigt.

JPG Sichtschutz Material Polycarbonat Detail

Dieses Rot mag manche erschrecken. Gott sei Dank gibt es ja auf Gottes Erdboden genügend andere Farben. Im nächsten Jahr werden auch hier Gräser wachsen und das Grün der Pflanzen und der rote Hintergrund werden ein tolles Bild abgeben.

Falls Sie nun Lust bekommen haben auf eine andere Art von Sichtschutz, dann sprechen Sie uns ruhig an. Gerne helfen wir Ihnen auch bei diesem Thema weiter. Natürlich sind diese beiden Varianten kostspieliger als gängige Systeme. Dafür halten Sie aber mindestens ein Leben lang. Wie heißt es so schön: „lieber einmal gescheit gemacht, als einmal zu viel.“

Beste Grüße,

Johannes Folger

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